Hofgemeinschaft
Kotthausen ist eine kleine Hofschaft in Wuppertal-Beyenburg an der Stadtgrenze zu Remscheid–Lennep. Inmitten von Feldern, Wiesen und Wäldern und fast ohne Belästigung durch Straßenverkehr stehen dicht beieinander sechs alte bergische Bauernhäuser. Zwei dieser Höfe, die sich um einen Innenhof orientieren, gehören zur "Hofgemeinschaft Kotthausen", einem sozialen Projekt, das im Jahr 1986 ins Leben gerufen wurde und von dem Verein "Kollegium für freie Jugendarbeit und Berufbildung e.V." betrieben wird.
Im Rahmen dieses Projekts wird Jugendlichen die Möglichkeit geboten, sich vor dem Eintritt in das Erwachsenenalter in sinnvollen, sozialpädagogisch betreuten Lebens- und Arbeitssituationen zu üben und auf ein selbständiges Leben vorzubereiten. Das Angebot richtet sich an Jugendliche, die auf Grund unterschiedlichster Störungen in ihrer Kindheit und Jugend Schwierigkeiten bei der Selbstfindung haben. Insbesondere sind ehemalige Schüler der Christian-Morgenstern-Schule und andere junge Erwachsene angesprochen, die infolge psychischer, sozialer oder kognitiver Behinderungen Unterstützung bei der gesellschaftlichen Eingliederung brauchen.
Auf dem Gelände der Hofgemeinschaft finden sich verschiedene Beschäftigungsangebote für die Jugendlichen. Da sind zunächst die ca. 30 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, die zu dem Hof gehören: Die Landwirtschaft wird kontrolliert biologisch bearbeitet. Dabei soll der Bergische Charakter der Hofschaft in den Mittelpunkt gerückt werden. Seinen Ausdruck findet dieser Anspruch in der Aufzucht alter, ursprünglich in der Region beheimateter Haustierrassen, die heute zum Teil als bedroht anzusehen sind.
Auch im Bereich der Landschaftspflege sollen die Jugendlichen tätig werden wenn es um die Bewirtschaftung der Wiesen und Äcker und die Nutzug und Pflege der vorhandenen Streuobstwiesen geht.
DarĂĽber hinaus werden die landwirtschaftlichen Produkte weiterverarbeitet und im hofeigenen intergrativen Betrieb ("Biokiste") verkauft.
Die Jugendlichen, die auf Hof Kotthausen arbeiten, leben zum Teil in einer heilpädagogisch betreuten stationären Wohngruppe, die in einem der vorhandenen Hofgebäude eingerichtet wurde.
Im Rahmen dieser Wohngruppe wird die Entwicklung einer eigenen Lebensperspektive und die Fertigkeit, sich Schritt für Schritt selbständig zu versorgen, professionell begleitet.



